Januar 2026
Ich bin angekommen.
Nicht spektakulär. Kein grosses Bild. Kein Licht, das sich aufdrängt.
Der Tag war grau, kalt und neblig – fast vertraut, beinahe wie in der Schweiz. Und doch anders. Die Art von Kälte, die nicht nur draussen bleibt. Sie zieht ein, legt sich auf die Räume, auf den Körper. Hier wärmt man sich nicht automatisch. Man zieht den Faserpelz an, macht es sich langsam gemütlich, kommt bewusst an.
Der Empfang war herzlich. Danach Einkaufen. Ein erstes Sich-Verorten.
Gatteo Mare zeigt sich jetzt von seiner leeren Seite. Vielleicht zwei oder drei Hotels sind geöffnet. Vereinzelte Restaurants. Dazwischen geschlossene Türen, heruntergelassene Rollläden, Winterstimmung. Kein Lärm. Kein Gedränge. Nur Raum.
Mein kleines Lädeli ist offen. Ein alltägliches Detail – und gleichzeitig ein Anker. Leben inmitten der Leere.
Am Abend fahren wir noch durch den Ort. Die Leere wirkt beinahe schockierend. Dieselben Strassen, dieselben Gebäude, die man vom Sommer kennt oder erwartet – und doch ein völlig anderer Ort. Als hätte jemand den Ton ausgeschaltet.
Ich beginne, über die Orte nachzudenken, an denen die fotografischen Aufnahmen entstehen sollen. Feste Punkte. Immer dieselbe Perspektive. Luca gibt mir einen Hinweis. Einen wichtigen. Einen, der im Konzept bereits angelegt war.
Plötzlich beginnt sich etwas zu verbinden.
Idee. Ort. Zeit. Stimmung.
Der Anfang ist gemacht.
Still. Unspektakulär. Und genau darin liegt seine Kraft.

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